FOLGE UNS

auf unseren social-media Kanälen

  • Keine Produkte im Warenkorb
  • Keine Produkte im Warenkorb

6% wollen es – 60% tragen es: Plastik auf der Haut

Es ist paradox: Statistisch gesehen wollen alle Menschen nichts anderes als Bekleidung aus Naturfasern auf der Haut tragen, tatsächlich hüllt sich der moderne Mensch aber inzwischen überwiegend in Plastik. Ein Erklärungsversuch.

Warum tragen wir immer mehr Plastik?

Seit Beginn der Evolution – wann immer das auch war – bis in die 1950er Jahre kannten die Kleiderschränke der Menschen nichts anderes als Naturfasern – vor allem Baumwolle und Wolle. Und das ging, obwohl die Menschen keine Möchtegerns sondern richtige „Outdoorer“ waren. Sie verrichteten ihre Arbeit und jagten unter freiem Himmel und ihre Verkehrsmittel waren weder überdacht noch klimatisiert.

Mit dem Fortschrittsdenken des 20. Jahrhunderts stieg der Anteil von Chemiefasern in der Bekleidung von 18% 1950 auf 64% im Jahr 2008. Der Mensch begann zu denken, dass er Dinge grundsätzlich besser und billiger machen kann, indem er nicht mehr auf Materialien setzt, die ihm die Natur unmittelbar bot (Holz, Baumwolle, Natursteine usw.), er setzte vielmehr auf eine aufwändige und massenhafte Förderung neuer Rohstoffe, die er von Grund auf zu einem künstlichen Produkt umwandelte (Atomkraft, chemische Erzeugnisse aus Erdöl, Beton usw.). Ein Ziel scheint er damit erreicht zu haben: Durch die massenhafte Herstellung von Bekleidung auf Basis von chemischen Erdölerzeugnissen (Viskose, Synthetische Fasern, künstlichen Membranen) har er es geschafft, viel und billige Kleidung zu produzieren.

Plastik im Outdoor – Schlechte Angewohnheit oder gute Gewinne?

Plastik ist ein billiges Abfallprodukt der Erdölindustrie. Es dominiert regelrecht die gesamte Outdoorwelt. Die Industrie nimmt es sehr gerne, denn man kann Erdöl wie kein anderes Material auf der Welt immer wieder abwandeln, mit chemischen Substanzen zu Membranen zusammenzukleben und mit z.T. giftigen Beschichtungen versehen. Die neuen Produkte werden auf dem Markt in immer kürzeren Abständen unter neuen Namen als „Innovationen“ mit reichlich Werbung präsentiert.

Und? – Es funktioniert!

Die Konsumenten, die mit ihrer alten, teuren, raschelnden Plastik-Jacke inzwischen unzufrieden sind, greifen – nach gründlicher Beratung im Geschäft – nach der neuen, teuren, raschelnden Plastik-Jacke. Somit ist eine lange Kette der Arbeitsplätze gesichert, die Konzerngewinne stimmen und die Konsumenten haben das gute Gefühl, ein tolles, innovatives Produkt zu tragen – Sie sind stolz, sich ein solches Produkt leisten zu können und gehören quasi zur Speerspitze des modernen, wohlhabenden und rationalen homo konsumentis.

Alles läuft wie geschmiert? 

Die Outdoor-Industrie wuchs bis 2016 in im zweistelligen Bereich und fand eigentlich nichts weiter dabei, bis GREENPEACE den Betrug an der Natur und damit auch am eigenen Selbstverständnis der „Outdoorer“ dokumentierte: Die meisten Jacken der führenden Outdoor-Hersteller sind voller giftiger Chemikalien, die nicht nur dem Träger, sondern auch der Natur schaden.

Greenwashing – lässt sich das Problem rauswaschen?

Seit dem ist das Massenphänomen Greenwashing zu beobachten – unter dem Druck der Öffentlichkeit ist man gezwungen, durch die Veränderung des Chemiecocktails den Plastik-Jacken ein grünes Image zu verpassen. D.h. die schädliche chemische Beschichtung wird durch eine weniger schädliche chemische Beschichtung ersetzt. Grundsätzlich ein netter Einfall. Man denke kurz daran, dass die Outdoor-Industrie, die mit Fotos von unberührter Natur sehr medienwirksam für sich wirbt, diesen erst auf Druck hin teilweise langsam einleitet, teilweise Absichten mitteilt, teilweise einfach abwartet. Wäscht das die Probleme wieder rein? Vielleicht nur den gröbsten Schmutz. Denn der Kern bleibt bestehen: Das Plastik an der Jacke. Es wird aus Erdöl gewonnen, einem Rohstoff, das allein schon durch die Umweltverschmutzung bei der Förderung und dem Transport den Umweltgedanken ad absurdum führt. Es folgen der hohe Wasser- und Energiebedarf bei der Weiterverarbeitung, weitere Umweltverschmutzung durch das Laminieren der synthetische Stoffe. Tragisch und überhaupt nicht zum Lachen ist der Umstand, dass die häufig schlecht bezahlten Menschen, die diese Prozesse ausführen (müssen), den Umweltgiften in besonderer Weise ausgesetzt sind.

Echte Alternativen?

Fakt ist: Outdoorbekleidung auf Basis von Erdölerzeugnissen ist immer noch Mainstream. Aber es gibt eine klare gegenläufige Entwicklung hin zu natürlichen Materialien. Zwei Beispiele.

Merino – Der Trojaner für die Plastik-Outdoorwelt

Nach langer Dominanz der synthetischen Stoffe stößt Wolle als Rohstoff für die erste und zweite Bekleidungsschicht im Outdoor auf immer mehr Begeisterung. Und das, obwohl Wolle normalerweise relativ schwer ist, die Feuchtigkeit weniger schnell vom Körper nach außen ableitet und teurer ist. Wie passt das mit der Lightweight-Superlativfunktions-Denke des Oudoor-Mainstreams zusammen? Ganz einfach: Man nimmt hochwertige Merinowoll, verarbeitet diese sinnvoll und gibt dem Ganzen ein cooles Design. So erhält man ein funktionales, natürliches Produkt, das auch nach langer, intensiver Benutzung nicht stinkt und im feuchten Zustand wärmt. Es findet langsam, aber sicher ein Umdenken statt.

Nächste Bastion: Die heilige Plastik-Jacke!? 

JUP! Auch da hat sich die Welt gedreht. Aus Plastik müssen da (Stand jetzt) nur die Reißverschlüsse sein. Der Rest geht auch natürlich. Der Schlüssel ist wie bei Merino die Kombination aus hochwertigen natürlichen Rohstoffen, geschickter Verarbeitung und Design. Sehr dicht gewebte Baumwolle eignet sich dafür optimal. Sie nimmt bei Regen in sehr geringer Menge Wasser auf, quillt leicht auf und wird dadurch dicht. Eine giftfreie Imprägnierung sorgt zusätzlich für ein Abperlen des Wassers an der Oberfläche. Ganz einfach. Für seinen Mut, mit seiner Plastik-Jacke die weiße Fahne zu schwenken, wird der tapfere Träger obendrein fürstlich entlohnt: Er erlebt am eigenen Leib die Vorzüge eines echten natürlichen Gewebes: Es ist auf eine sehr effektive, faszinierende und natürliche Art atmungsaktiv – ganz ohne Kleber! Und das fühlt die Haut gerne. Es ist halt kein Plastik. Anstatt des nervigen Raschelns vernimmt der zeitgemäße Draußen-Mensch ein Segeltuch ähnliches tiefes & beruhigendes Geräusch von Natur in Natur. Er muss nicht mehr sein kalorienreduziertes, gefriergetrocknetes, vakumiertes Plastiktütenessen auf einem wackeligen Gaskocher in Teflontöpfen aufwärmen. Der moderne Mensch darf wieder – wie bereits seine Vorfahren – sein selbst gebackenes Brot zu selbst zubereitetem Pemmikan auf einem echten Feuer aus echtem Holz zubereiten und genießen – ohne Angst, dass ihm die Jacke abfackelt. Was wäre doch der Mensch ohne Fortschritt? 😉

Hinterlasse einen Kommentar

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere